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 Tierschutz

 

 

 

 

 

 

Der Auslandstierschutz hat in den letzten Jahren immer wieder Anlaß zu vielen Diskussionen gegeben. Teilweise berechtigt - teilweise aber auch nicht. Tierschutz ist immer eine schwierige Gradwanderung. Wo fängt der Tierschutz an und wo hört er auf ? Ist es vertretbar, daß Hunde aus dem Ausland importiert werden, obwohl auch hier viele Hunde in den Tierheimen auf einen Lebensplatz warten? Letztlich ist es wohl ein Faß ohne Boden und solange sich die Gesetze in vielen Ländern (Deutschland  eingenommen!) zum Schutz der Tiere als auch das Denken und Handeln einiger Menschen und Politiker nicht ändern, wird sich die Problematik traurigerweise auf Kosten der Tiere im Kreise drehen.

 

 

 

                                              Situation der Galgos und Podencos in Spanien

 

Galgos und Podencos werden in Spanien ausschließlich zur Jagd verwendet und leider häufig unter unwürdigen Umständen gehalten. Da nur ein guter jagender Galgo oder Podenco einen wirklichen Wert für seinen Jäger darstellt, werden die Hunde, die bei der Jagd versagen, weil sie krank, alt oder wenig Jagdtrieb besitzen, oft auf  grausame Weise getötet. Wenn der Hund „Glück“ hat, wird er einfach nur ausgesetzt oder nach der Jagd zurückgelassen und schlägt sich als einer von vielen Straßenhunden durch. Viele von ihnen landen in sogenannten Tötungsstationen. Dort werden die Hunde, wenn sie keiner abholt, nach zwei bis drei Wochen kategorisch getötet. In der Regel werden sie vergast. Gegen Ende der  Jagdsaisonab November können sich die Tierschutzvereine vor lauter ausgesetzten und streunenden Galgos oft kaum retten

 

Seit einigen Jahren versuchen spanische und ausländische Tierschutzorganisationen sich gegen das brutale Mißhandeln und Töten von Galgos und Podencos (und natürlich auch allen anderen Hunden dort) einzusetzen, diesen Hunden ein neues Leben zu geben und durch Aufklärung vor Ort, die Menschen auf diese Mißstände aufmerksam zu machen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, denn Jahrhunderte lange Traditionen zu hinterfragen und akzeptable Lösungen für alle Beteiligten zu finden, braucht seine Zeit und diplomatisches Verständnis. Es ist nicht einfach, einen Galgo oder Podenco in eine spanische Familie zu vermitteln, weil diese Hunderassen dort nicht als Familienhunde gehalten werden. Stellenweise kennen die Spanier diese Hunderasse gar nicht! Und somit besteht oft nur die einzige Chance für einen „aussortierten“ Galgo oder Podenco darin, im Ausland ein neues Zuhause zu finden.

 

 

                                  

 

 

Leider kann nicht jeder Hund gerettet werden und es ist auch nicht erstrebenswert, massenhaft Galgos, Podencos und andere ausländische Hunde nach Deutschland, Holland oder in die Schweiz zu importieren. Zumal unsere eigenen Tierheime ebenfalls überquellen mit Hunden, die keiner haben will. Einen Hund nur aus reinem Mitleid zu adoptieren ist ebenfalls keine gute Voraussetzung für Hund und Mensch! Und Kriterien wie rassespezifische Merkmale und Verwendung im Ursprungsland sollten in der Auswahl des Hundes mit einbezogen werden ! Nichts desto Trotz sollte Tierschutz nicht vor der eigenen Landesgrenze aufhören, sondern dort stattfinden, wo er dringend benötigt wird. Allerdings ist die Aufklärung vor Ort, Gespräche mit den dortigen Behörden, Kastrationsaktionen von Straßenhunden, damit sie sich nicht unkontrolliert weitervermehren können, und die Versorgung von aufgefundenen Hunden das A und O von Tierschutzarbeit. Ziel sollte dabei immer sein, zu versuchen, die Hunde möglichst auch in ihrem eigenen Land zu vermitteln und der dortigen Kultur mit ihren Bräuchen mit Respekt zu begegnen.

 

Bedauerlicherweise sind in den letzten Jahren immer wieder Tierschutzvereine durch Veruntreuung von Spendengelder, Hundehandel, nicht artgerechte Haltung der Tiere und schlechte Abwicklung der Vermittlung, unangenehm aufgefallen. Diese haben damit auch seriöse Tierschutzvereine in Verruf gebracht. Schwarze Schafe gibt es leider überall und natürlich bietet sich unter dem Deckmäntelchen „Tierschutz“ - spielend mit dem Mitleid der Interessenten für „die armen Hunde“ -  auch immer eine lukrative Plattform für Betrüger.

Seriöse Tierschutzvereine geben ihre Hunde nur medizinisch untersucht, ggf. vorversorgt, geimpft, gechipt und auf Mittelmeerkrankheiten negativ getestet in ihr neues Zuhause ab! Es findet ein Informationsgespräch und eine Vorkontrolle bei den zukünftigen Hundeeltern statt, um sich kennen zu lernen und Fragen für beide Seiten zu klären, und um sicher zu gehen, dass der Hund in seinem neuen Zuhause gut aufgehoben sein wird. Auch sollte ein Tierschutzverein nach der Vermittlung eines Tieres für eine Nachkontrolle in seinem neues Zuhause sorgen und für Fragen und Probleme der neuen Hundebesitzer offen sein. 

                                                          

 

                                                          Das andere Spanien ...

 

 

                                       

 

...gibt es auch! Und trotz der oben genannten traurigen Fakten, geht es durchaus vielen spanischen Jagdhunden gut bei Ihren Besitzern. Sie werden vernünftig gehalten und auch von Ihrem Jäger und Züchter geliebt, geschätzt und dementsprechend versorgt. Hier Pauschalurteile zu fällen und jedem spanischen Galgobesitzer gleich Tierquälerei zu unterstellen, weil seine Hunde nicht auf dem Sofa liegen, wäre nicht nur rassistisch sondern auch anmaßend. Galgos und Podencos werden in Spanien nicht unbedingt im Haus gehalten, aber deswegen geht es ihnen nicht immer schlechter als bei uns! Jäger, die ihre Hunde gut behandeln, bringen Ihre Hunde in geräumigen und klimatisierten Zwingern (und im Winter beheizten) unter. Sie werden täglich bewegt und/oder haben eingezäunte Ausläufe. Und - diese Hunde dürfen dort in der

Jagdsaison zur Jagd gehen und ihrem natürlichen angeborenen Instinkt folgen! In allen anderen europäischen Ländern ist die Jagd mit Windhunden verboten.

Auch nicht zu unterschätzen ist in Spanien die hohe Diebstahlrate bei den Galgos! Es gibt inzwischen  krimminelle Gruppierungen die sich auf den Diebstahl von sehr wertvollen Zuchttieren und erfolgreichen Galgos spezielaisiert haben. Viele Galguoeros halten ihre Hunde deshalb gut versteckt aus Angst, daß sie gestohlen werden könnten.  Nicht jeder Galgo oder Podenco, der im Tierschutz landet ist deshalb auch ohne Besitzer!

 

Die eigentlich Problematik der spanischen Galgos und Podencos ist nicht die Jagd mit diesen Hunden, welche von den meisten Tierschutzorganisationen unverständlicherweise vehement abgelehnt und verurteilt wird, sondern die vom spanischen Gesetz nicht geahndeten Schwarzzuchten, welche zu einer überhöhten Anzahl jährlicher Würfe und somit zu einem hohen "Ausschuss" führen! Die Jagd mit Galgos und Podencos hat eine  lange Tradition in Spanien und diente früher der Nahrungsbeschaffung für die dort lebenden Menschen. Also nicht viel anders als bei uns füher auch. Und auch heute haben deutsche Jäger ihre vierbeinigen Jagdhelfer, die gute Dienste leisten!

 

 

                                                       

                                                Ein spnaischer Galgouero mit seinen Hunden  - Monografica 2009

 

                             

Der Galgo Espanol und die Podencos verdanken ihre Entstehung und ihr Überleben bis heute nur und auschließlich der Jagd!

Ohne die Jagd in ihren Ursprungsländern gäbe es für diese Rassen

keine Existenzberechtigung mehr und die Rasse Galgo Espanol und Podenco würde über kurz oder lang aussterben!

(Ian Scotland - Der Podenco Canario)

 

 

 

 

 

 

 

 

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